Monatsarchiv: Juni 2007

Überdreht

Puh, bin ganz schön alle. 25 h in dieser Woche neben dem Studium und den Examensvorbereitungen inner Coffee-Bar zu arbeiten ist echt superanstrengend und geht mental an meine Reserven. Ich komme irgendwie nicht runter, obwohl ich mich so nach Ruhe sehne. Träume von der Arbeit, von den Examensklausuren und fühle mich sogar von meinen Freizeitplänen verfolgt. Vielleicht sollte ich am Wochenende echt einfach nach Hause fahren und das idyllisch-dörfliche Extrem meiner Heimat erleben. Luft, ich brauch Luft!

Heute: Kochen mit pers.

Okay. Mir war langweilig. Wenn mir langweilig ist, krieg ich manchmal Hunger. Wenn ich keinen finde, der mit mir in die Mensa geht, dann bleibe ich zu Hause. Und dann habe ich immer noch Hunger. Und dann muss ich an den Herd. Aber vorher Zutaten besorgen. Also Wäsche gewaschen, einen potentiellen Zwiebelspender ausgemacht und die Spende eingesackt. Danke an dieser Stelle dem edlen Wohltäter! Hier die verwendete Zwiebel:

Zwiebel

Da ich ja kein sonderlich zimperlicher Typ bin, habe ich mich gleich daran gemacht, sie zu köpfen, zu häuten und zu zerstückeln. Das hat mir so viel Freude gemacht, dass ich ob ihres Geruchs heulen musste. Das Foto zeige ich euch aber nicht!

Geköpft und Gehäutet Zerstückelt

Ein paar eigene Zutaten hat meine Küche dann allerdings doch noch hergegeben:

Zutaten

Das Ganze nach guter alter pers.-Manier zusammengekippt, aufgekocht, verpfeffert und auf den Teller damit. Ja, es sieht aus wie Hundefutter, aber ich muss sagen, es schmeckt tatsächlich, und schnell gings auch noch.

Looks like Hundefutter

Guten Appetit!

Querschnitt

Lasst mal überlegen, was es so Neues aus meinem Leben gibt. Am letzten We waren Anne und Tina zu Besuch und ich muss sagen, es war eine echt schöne und gute Zeit. Zwar auch anstrengend, aber auch chillig und wie früher. Bin froh, dass wir für den Moment aus dem Tal sind und uns in luftigen Höhen bewegen.. hoffentlich hält das noch eine Weile so an! Schlaf muss ich auf jeden nachholen..

 

Ansonsten gestern aufer Überraschungsparty von Katha im El Sol gewesen. Sehr, sehr cool – ihre ehrliche Freude und ihr erstauntes Gesicht, so voller Emotionen. Klingt komisch, ich weiß, aber das war ein sehr prägnanter Eindruck des gestrigen Abends, der mir im Gedächtnis geblieben ist. Ach ja, und wie jemand 5 Coke Lights hintereinander wegkippen kann und trotzdem ruhig aufm Stuhl sitzen bleibt. Bewundernswert oder Schlaftablette?!

 

Was meine weiteren Pläne angeht.. meine diversen Examenslerngruppen formieren und festigen sich immer mehr, das beruhigt mich und gibt mir wieder mehr Sicherheit. Meine noch ausstehenden Hausarbeiten habe ich mehr oder weniger im Griff, aber ich werd wohl alles bis zur Deadline am 01.08. schaffen. Sport läuft auch, kann mich nicht beklagen. Coffee-Bar-Job nervt mich ein bisschen ab, muss diese Woche fünf Tage arbeiten, weil eine Kollegin im Urlaub ist. Das an sich ist okay, aber ich schaff kaum was für die Uni, ergo schlechtes Gewissen ist vorprogrammiert. Aber ich bin ja aufm Berg und nicht im Tal und auch diese Woche wird vorbei gehen..

Die Gummibärenbande od. Zeit für einen Lachkrampf

„21 Gramm“

Man sagt, dass 21 Gramm das Gewicht ist, das wir verlieren, wenn wir sterben.
Das Gewicht von fünf Fünf-Cent-Stücken.
Das Gewicht eines Kolibris.
Das Gewicht eines Schokoriegels.
Und vielleicht auch das Gewicht der menschlichen Seele.

Wieviel wiegt Liebe?
Wieviel wiegt Rache?
Wieviel wiegt Schuld?

Selten habe ich in letzter Zeit einen Film gesehen, der mich derart gepackt hat. Er beschäftigt mich. Das dargestellte Leiden der drei Hauptcharaktäre, ihr Umgang mit Verlust, mit Schuld und mit dem Versuch die Füße auf einen Boden zu kriegen, der einfach nicht mehr da ist. Naomi Watts leiden zu sehen geht fast über die Kraft des Zuschauers, zu authentisch sind ihre Depressionen, ihre Heulattacken, ihre Worte, ihre Selbstverletzungen. Bei einem Unfall hat sie ihren Ehemann und ihre zwei Töchter verloren. Dann Sean Penn in der Rolle des Herztransplantierten, der das Spenderherz des getöteten Ehemannes in sich trägt, und den das ihm ermöglichte Weiterleben zu einer Rache treibt, die von Schuld, verdrehter Liebe und vermeintlicher Verantwortung zeugt. Und dann ist da noch Benicio del Toro, der Unfallverursacher, der Exknasti, den seine Schuld an dem Tod der Familie fast um den Verstand bringt. Der sich in Gott flüchtet, aber eigentlich nur noch sterben will. Am Ende des Films bleibt man ratlos zurück. Ratlos und still. Und die Worte des Abspanns können gar nicht anders, als einen im Innersten zu berühren:

Wie viele Leben leben wir?
Wie viele Tode sterben wir?
Es heißt, wir alle verliren 21 Gramm
genau in dem Moment, in dem der Tod eintritt.
Jeder von uns.
Wie viel sind 21 Gramm?
Wie viel geht verloren?
Wann verlieren wir 21 Gramm?
Wie viel von uns ist verloren?
Wie viel ist gewonnen?
Wie viel ist gewonnen?
21 Gramm-
das Gewicht von fünf Fünf-Cent-Münzen,
das Gewicht eines Kolibris,
eines Schokoriegels.
Wie viel wiegen 21 Gramm?